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Ihr seid echte Held*innen! Schade, wart ihr vor Corona noch nicht so gut organisiert! Sonst hätten wir in der Schweiz keine Sozialdetektive, keine verfassungswidrige Polizeigesetze und keine massiven Grundrechtseingriffe im Asylwesen. Ihr hättet dagegen demonstriert und für die Freiheit gekämpft! Denn im Gegensatz zu uns blinden Schafen wisst ihr, dass einzig Verschwörungsideologien und Esoterik den Weg zur Freiheit zeigen können.

Und wie belesen ihr seid! Auf Social Media bringt ihr ein Zitat nach dem anderen. Während wir einfach Gestrickten mühselig nach Quellen suchen, haut ihr die Weisheiten der grossen Denker*innen einfach aus euren Gedächtnissen raus.

Und wie ihr wisst, braucht man/frau sich doch eigentlich gar nicht lange mit irgendwelchen Theorien zu beschäftigen. Staatskunde? Gesellschaftstheorie? Alles Humbug, wenn man/frau über so feine Antennen verfügt wie ihr! Ihr habt das einfach im Gefühl und ihr wisst halt, dass der Ken, der Attila und der André es gut meinen mit der Menschheit und uns die Augen öffnen wollen. Und wir Idiot*innen machen noch Faktenchecks.

Deswegen begreift ihr im Gegensatz zu uns, dass wir in einer Diktatur leben. Wir Schlafenden glauben fälschlicherweise, dass es in einer Diktatur nicht möglich ist, samstags ohne repressive Massnahmen zu demonstrieren.

Auch habt ihr begriffen, dass es beim Demonstrieren nicht um andere gehen soll! Was interessieren uns die Textilmitarbeiterinnen in Bangladesch? Die Menschen in den Lagern auf Lesbos? Demonstrieren macht doch nur Sinn, wenn es um einen selbst geht! Endlich wieder sorgenfrei an den Arbeitsplatz zurück! Endlich wieder am Samstagnachmittag zu IKEA und ein paar Hot-Dogs reindrücken, endlich wieder für zwei Wochen nach Thailand ins Yogaretreat fliegen. Warum für andere demonstrieren? Wir sind doch alle Menschen! Nur Idiot*innen schwafeln etwa von Rassimus, Sexismus und Diskriminierung. Strukturelle Benachteiligungen? Wenn wir uns alle an den Händen halten, gibt es so etwas nicht ! Und die doofen Sozialarbeiter*innen in den Aussteigerprogrammen für Rechtsextreme checken dank euch, dass sie die Faschos einfach hätten umarmen müssen. A propos Rechtsextreme: Warum sollte man sich von ihnen distanzieren? Es sind doch auch einfach nur Menschen.

Während wir also versuchen, uns zu bilden, uns gerade jetzt in Corona-Zeiten durch den Dschungel an Information zu kämpfen, geniesst ihr eure Überlegenheit und meditiert das Coronavirus einfach weg! Ihr postet weltverändernde Gedanken ins world wide web; diese deepen Gedichte und nachdenklichen Songs helfen uns Normalsterblichen beim Erwachen. Und auf euren Fotos unterstreicht ihr eure Weisheit, indem ihr nachdenklich in den Himmel guckt. Das ist so bereichernd für unser kleines Schafherden-Dasein!

Nach Corona gibt es einiges zu demonstrieren. Nur leider wird es nicht mehr um das gehen, was euch am allerwichtigsten ist: Um euch selber.



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Aktualisiert: Mai 18

Ruedi Noser verschrie den Vorschlag von Mattea Meyer als Populismus und setzte sich für die Ausschüttung der Dividenden ein, da dies eine legale Handlung sei. Wahrscheinlicher ist aber der Gedanke, dass auch Herr Noser von dieser Legalität in höchsten Massen profitiert; als Alleinaktionär der Noser Management AG kann er die Dividenden vollumfänglich alleine einstreichen.

Nichts desto trotz zeigt der Ständerat Ruedi Noser auch seine solidarische Seite: So erklärt er der Nationalrätin Meyer bisweilen das "reale Leben" aufgrund der Tatsache, dass er selber dazumals eine Berufslehre abgeschlossen habe. Und dabei verschweigt, dass er auch über Abschlüsse prestigeträchtiger Hochschulen wie der Hochschule Sankt Gallen oder der Universität Zürich verfügt und ein Fachhochschulstudium abgeschlossen hat.

Somit dient seine Person als perfektes Abbild des neoliberalistischen Gedankens, dass durch Selbstverantwortung, Pflichtbewusstsein und harter Arbeit aus einem Tellerwäscher doch einmal ein Millionär werden kann - man(n) muss es einfach nur wollen.

"Die Wirtschaft" steht dabei im Hintergrund als eine Art "Quasi-Religion"; etwas Absolutes und Natürliches, was es schon immer gegeben hat. Dass diese Religion aber leider nicht auf einer Moral basiert, welche beispielsweise verhindert, dass Dividenden trotz Kurzarbeitsantrag fliessen, lässt an ihr zweifeln. Ebenso zweifelhaft ist es, dass die Gläubigen die zugrunde liegenden religiösen Strukturen völlig verkennen und dass sie das Kapital über die Leben der Menschen stellen, denen die eigene Lebensrealität täglich um die Ohren fliegt.


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In dieser speziellen Zeit ist Solidarität zwischen Frauen* mehr denn je gefragt. Einige bekannte Gesichter haben das leider bis jetzt nicht verstanden und die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass sie das auch nie tun werden. So hat beispielsweise Frau Martullo-Blocher anstatt solidarisch mit ihren Mitarbeitenden zu sein einige davon kurzerhand entlassen, während sie an sich selbst und ihre Schwestern Dividenden von 380 Millionen Franken ausschüttete. Damit fährt sie einen noch härteren Kurs als Firmen, welche Dividenden ausschütten und gleichzeitig Kurzarbeit anmelden.

Eine andere mehr oder weniger bekannte unsolidarische Frau* ist die liebe Michèle Binswanger, welche es nicht lassen kann, alte Geschichten wieder hervorzukramen und dabei andere Frauen* zu verunglimpfen.

Dabei vereint die beiden der Aberglaube, dass weibliche Emanzipation darin besteht, männliche Geschlechterideale nachzuahmen und damit erfolgreich zu sein.

Dies ist ebenso unnötig wie wenn Frauen* andere Frauen* aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Kleidung oder welcher Oberflächlichkeit auch immer in eine gewisse Ecke stellen und von Vorurteilen behaftete Meinungen über diese haben.

Das ist sehr schade und umfeministisch. Denn zusammen waren und sind wir einfach immer stärker!

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